Subscribe Find out first about new and important news
  • Share via email
  • Subscribe to blog alert

Bosch Singapur: Angenehm speisen dank IoT

Wie wir für eine bessere Klimatisierung öffentlicher Räume sorgen.

Problem

In öffentliche Räumen für eine angenehme Temperatur zu sorgen, hat seine Tücken. Befinden sich viele Menschen in einem Raum, ist es nahezu unmöglich, jeden zufriedenzustellen.

Lösung

In der Kantine von Bosch in Singapur haben wir jeden Tisch mit einer eigenen Temperatursteuerung ausgestattet. Die Gäste können die Temperatur regulieren, indem sie die Geschwindigkeit der Deckenventilatoren anpassen. Als technische Grundlage dienen die Cloud-Services der Bosch IoT Suite.

Vorteile

Gäste können nun ganz leicht selbst die Temperatur an ihrem Sitzplatz in der Kantine beeinflussen. Außerdem trägt dieser Ansatz dazu bei, Kosten zu sparen und CO₂-Emissionen zu reduzieren.

"Das IoT ist keine Zukunftsmusik. Viele Lösungen lassen sich schon heute umsetzen."

Die Suche nach der richtigen Temperatur

Einer der Vorzüge des modernen Lebens ist es, der Hitze draußen in einen angenehm temperierten Raum entfliehen zu können. Im tropischen Klima Südostasiens hat dies den gleichen Stellenwert wie gutes Essen und angenehme Gesellschaft. In Büros, der Gastronomie oder Einkaufszentren gerät Klimatisierung jedoch zum Balanceakt.

Da jeder seine eigene Wohlfühltemperatur hat, ist es mitunter bereits schwierig, es nur zwei Menschen im selben Raum recht zu machen. So wundert es kaum, dass Brad Pitt Jennifer Aniston bei ihrer Hochzeit im Jahr 2000 versprach, sich beim Heizen kompromissbereit zu zeigen.

Eine Sache der Unmöglichkeit?

Kommen nun noch mehr Menschen dazu, ist es schier unmöglich, jeden zufriedenzustellen. Das betrifft vor allem große öffentliche Räume mit schwankender Auslastung – zum Beispiel Food-Courts oder Singapurs traditionelle Cafés, die Kopi Tiams. Sind sie leer, braucht man eine Winterjacke, bei Hochbetrieb droht ein Hitzschlag.

Doch Pauschallösungen sind von gestern. Heute ist individuelle Anpassbarkeit gefragt – und in vielen Lebensbereichen bereits nicht mehr wegzudenken. Das Internet der Dinge (IoT) macht dies nun auch für die Temperatursteuerung möglich.

Das IoT vernetzt unter anderem intelligente, mit Sensoren ausgerüstete Geräte über das Internet und macht sie fernsteuerbar. Zudem lassen sich mit den gesammelten Nutzungsdaten bessere Entscheidungen treffen oder Prozesse automatisieren.

Wir haben uns gefragt, wie das IoT dazu beitragen kann, öffentliche Räume intelligenter zu klimatisieren. Das Ziel: höherer Komfort, niedrigere Kosten und eine bessere Umweltbilanz.

Auf den Punkt genau

Also gingen Corporate Research und wir die Sache gemeinsam an. Dafür suchten wir uns ein Versuchsobjekt aus, das uns ebenso am Herzen liegt wie angenehme Temperaturverhältnisse: die Kantine von Bosch in Singapur.

Auch wenn es dort an der bisherigen Temperaturregelung wirklich nichts auszusetzen gab, bot sie uns die optimale Testumgebung für unsere Idee. Nachdem Singapurer Food-Courts fast so sehr lieben wie das Essen selbst, war das Verbesserungspotenzial offensichtlich. Obendrein winkten niedrigere Energiekosten und CO2-Emissionen.

Bosch in Singapur
An den Tischen der Kantine von Bosch in Singapur finden Gäste ein kleines Steuergerät vor, das über drei Knöpfe verfügt.
Über dieses Steuergerät geben Gäste an, ob sie die Temperatur als angenehm empfinden oder ob es ihnen zu warm oder zu kalt ist.

Freie Wahl für jeden

Wenn sich die Gäste nun mit ihrem Feuertopf an den Tisch setzen, finden sie dort ein kleines Steuergerät vor, das über drei Knöpfe verfügt. Dort geben Gäste an, ob sie die Temperatur als angenehm empfinden oder ob es ihnen zu warm oder zu kalt ist.

Für direkten Luftstrom sorgen energieeffiziente, mit der Cloud vernetzte Deckenventilatoren, die sich fernsteuern lassen. Der Gast ändert die Ventilatordrehzahl und Temperatur per Knopfdruck, wodurch die Bosch IoT Suite in der Bosch IoT Cloud ein Telemetriesignal erhält.

Das richtige Umfeld

Aufgrund der fortgeschrittenen Automatisierung sind Funktechnologien heutzutage allgegenwärtig. So laufen Funkmodule und manche Sensoren mittlerweile jahrelang mit einer Knopfzelle. Da Geräte heute oft weder ortsgebunden sind noch große Batterien brauchen, können sie überall hin mitgenommen werden.

Derartige Entwicklungen bergen jedoch auch komplexe, teils knifflige Begleiterscheinungen: Mobilität kann etwa Empfangsprobleme, Verbindungsabbrüche und Datenverlust mit sich bringen. Bosch IoT Things, einer der Cloud-Services der Bosch IoT Suite, löst diese Probleme als Bindeglied zwischen der echten und der virtuellen Welt. So werden Anwendungen von komplexen Vernetzungs- und State-Management-Aufgaben entkoppelt.

Im Falle unserer Kantine, werden die Ventilatoren und Sensoren im Zentralregister von Bosch IoT Things als digitale Zwillinge dargestellt. Da sich Geräte so nahezu in Echtzeit online abbilden lassen, kann man unabhängig von ihrem Verbindungsstatus mit ihnen kommunizieren. Das System sammelt Daten vom digitalen Zwilling und berechnet algorithmusbasiert die optimalen Einstellungen für die Ventilatoren und Klimaanlage. Diese wird an die an die Geräte übertragen.

Wie gut all das funktioniert, untersuchten wir über ein Feedbackgerät am Kantineneingang. Hier konnten die Benutzer bewerten, ob es ihnen zu heiß oder zu kalt war. Denn nur, wenn sie zufrieden sind, können wir sicher sein, das Angenehme mit dem Nützlichen – nämlich geringerem Energieverbrauch – in Einklang gebracht zu haben.

Bosch connected Canteen Kontrollalgorithmus Infografik

Gut für die Umwelt

Durch zusätzliche Deckenventilatoren konnten wir die Innentemperatur bei anhaltend positiver Resonanz von 24,5 auf rund 26 °C anheben. Dadurch sank der Kühlungsbedarf der Kantine um etwa die Hälfte. Jährlich spart dies umgerechnet über 2.500 Euro und vermeidet den Ausstoß von über acht Tonnen CO2.

Die singapurische Baubehörde BCA prüft das Gebäude regelmäßig im Rahmen des Green-Mark-Programms auf seine Umweltfreundlichkeit. Wir hoffen, dass Projekte wie dieses zeigen, wie ernst wir unsere Verantwortung dahingehend nehmen. Zudem können die Bosch-Mitarbeiter nun auf einem Bildschirm in der Kantine verfolgen, wie viel Energie sie bei jeder Mahlzeit sparen.

Damit dürfte das Projekt sowohl inner- als auch außerhalb Singapurs zahlreiche Anwendungsfälle finden. Außerdem bestätigt es uns in einer unserer tiefsten Überzeugungen: dass das IoT keine Zukunftsmusik ist, sondern sich viele Lösungen schon heute umsetzen lassen.

Weiterführende Informationen